Archiv / 2017

Ausstellung
moving is in every direction. 
Environments - Installationen - Narrative Räume

17. März 2017 - 17. September 2017
Rieckhallen im Hamburger Bahnhof, Berlin (D)

Die Ausstellung „moving is in every direction. Environments – Installationen – Narrative Räume” zeichnet die Geschichte der Installationskunst von den 1960er-Jahren bis heute nach mit dem Fokus auf erzählerischen Strukturen. In der Bewegung durch den Ausstellungsparcours erschließen sich die BesucherInnen begehbare, raumgreifende Environments, Video- und Soundinstallationen sowie eigens entstandene medienübergreifende Werke.

Ein Ausgangspunkt für die Erkundung der skulpturalen Anordnungen, Bildfolgen oder räumlich inszenierten Narrationen ist die von Gertrude Stein propagierte nicht-lineare Erzählstruktur, auf die der Ausstellungstitel verweist. Auf ca. 3.500m2 Ausstellungsfläche werden u.a. Werke von Joseph Beuys, Marcel Broodthaers, Peter Fischli/David Weiss, Isa Genzken/Wolfgang Tillmans, Bruce Nauman, Susan Philipsz, Pipilotti Rist, Bunny Rogers, Gregor Schneider, Thomas Schütte, Christopher Kulendran Thomas und Wolf Vostell gezeigt.„moving is in every direction. Environments – Installationen – Narrative Räume” zeigt Werke aus der Sammlung der Nationalgalerie, der Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof, der Sammlung Marx, der Haubrok Foundation sowie ausgewählte Leihgaben. Neben temporär präsentierten Exponaten sind permanent installierte Arbeiten von Dan Flavin, Joseph Beuys, Robert Kusmirowski und Bruce Nauman Teil der Ausstellung, genauso wie ein anlässlich der Ausstellung wieder zugänglich gemachtes Werk von Gregor Schneider im Westflügel des Erdgeschosses. Kuratiert von Anna-Catharina Gebbers und Gabriele Knapstein / Kuratorische Assistenz: Ina Dinter.

Christoph Büchels Installation „Training Ground for Training Ground for Democracy“

22. Oktober 2016 - 29. Januar 2017, Historische Haupthalle des Hamburger Bahnhofs, Berlin

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin, ist in der Haupthalle die Installation „Training Ground for Training Ground for Democracy“ von Christoph Büchel zu sehen. Das Werk ist Teil der ersten Schenkung von Friedrich Christian Flick aus dem Jahre 2008  an die Nationalgalerie und wird erstmals seit seiner Entstehung 2007 auf der Art Basel Miami Beach wieder gezeigt. In zeitlicher Nähe zur Präsidentschaftswahl in den USA am 8. November 2016 wird mit dieser Installation die Frage nach dem Zugang, dem Ablauf und der Rechtmäßigkeit von demokratischen Wahlen aufgeworfen.

Die Situation des in einem dystopischen Kindergarten eingerichteten Wahllokals ist Teil einer langjährigen Auseinandersetzung des Künstlers mit politischen, militärischen, juristischen und kulturellen Szenarien in der US-amerikanischen Gesellschaft. Die Wahlkabinen im Inneren des von Zäunen umgebenen und mit Überwachungskameras ausgestatteten Containers verweisen auf den Wahlkampf im Jahr 2000, aus dem George W. Bush mit einem knappen Vorsprung als Präsident hervorging. Auf dem Dach des Containers, das über eine Leiter zugänglich ist, hängt inmitten von Überresten einer Kinder-Party eine Flugblattbombe, wie sie zum Abwerfen von Propagandamaterial im Rahmen psychologischer Kriegsführung verwendet wird. Die weihnachtliche Dekoration lässt an allgegenwärtige Erscheinungsformen des Hyperkapitalismus und die ambivalente Festtagsstimmung in US-Militärcamps denken.