Archiv / 2006

Ausstellung
Richard Jackson – Werke aus der Friedrich Christian Flick Collection
im Hamburger Bahnhof

19. Mai - 13. August 2006, Rieckhallen im Hamburger Bahnhof, Berlin (D)

Die zweite Einzelausstellung aus der Friedrich Christian Flick Collection ist dem amerikanischen Künstler Richard Jackson gewidmet. Dabei fokusiert die Ausstellung vor allem den erweiterten Malerei-Begriff, mit den sich Jackson seit den 1960er Jahren auseinandersetzt. Der selbstbekennende Kunstanarchist arbeitet zwar mit Farbe und Leinwand, es entsteht jedoch keine Malerei im herkömmlichen Sinn. So entwirft Jackson beispielsweise architektonische Räume aus an Pollock erinnernden Leinwänden oder wandgreifende Malereien, bei der umgedrehte, seriell rotierende Leinwände als Pinsel dienen und ins Werk integriert werden.

Mit drei großformatigen Schlüsselwerken Jacksons aus den 1980er Jahren und einer Auswahl seiner konzeptuellen Modelle und Zeichnungen bietet diese Ausstellung erstmals in Berlin einen Überblick über die prozesshaften Skulpturen, Installationen und performativen Malerei-Aktionen des in Los Angeles lebenden Künstlers.
 

Ausstellung
Jenseits des Kinos – Die Kunst der Projektion. Filme, Videos und Installationen von 1963 bis 2005

29. September 2006 - 25. Februar 2007, Rieckhallen im Hamburger Bahnhof, Berlin (D)


"Das Kino ist tot! Es lebe der Film!" hat der schottische Videokünstler Douglas Gordon einmal gesagt. Was das heißen kann und welche überraschenden Inszenierungen dabei entstehen, wenn Künstler das bewegte Bild jenseits unserer vom Kinoerlebnis geprägten Vorstellungen einsetzen, ist das Thema einer großen Ausstellung in den Rieckhallen im Hamburger Bahnhof . Gezeigt werden 27 Schlüsselwerke der Projektionskunst von 1963 bis heute, bei denen jeweils deutlich wird, wie sehr diese Kunst - im Gegensatz zur Projektion im Kino - räumlich angelegt ist: Videos und Filme erscheinen verkleinert oder vergrößert auf frei hängenden Leinwänden, werden als Mehrfachprojektionen nebeneinander geworfen, überlagern sich in aufwändigen Installationen oder werden gar zu komplexen, begehbaren Filmräumen. 

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Ausgangspunkt der Ausstellung sind die großen Film- und Videoinstallationen der 1990er Jahre, die Projektionen der Schweizerin Pipilotti Rist, die existentiellen Körperbilder von Bruce Nauman, die psychologisch aufgeladenen Filmräume der Finnin Eija-Liisa Ahtila oder die stark konzeptuell angelegten Installationen des Kanadiers Rodney Graham. Dabei greifen diese zeitgenössischen Arbeiten der Friedrich Christian Flick Collection künstlerische Ideen des projizierten Bildes auf, die sich bereits in den 1960er Jahren entwickelt haben. Richtungsweisende Arbeiten wie die Filme von Marcel Broodthaers, von Dan Graham oder  Valie Export sind im Dialog mit den zeitgenössischen Arbeiten zu sehen. Anhand von sechs großen thematischen Kapiteln − wie  "Trugbilder", "Köperansichten" oder "Fundus Kino" − umreisst die Ausstellung, welche Bedeutung die Kunst der Projektion jenseits des Kinos erreicht hat. Sie zeigt außerdem, welche Inhalte, Techniken und konzeptuelle Ideen diese mediale Kunstform bis heute geprägt haben. Letztlich ist die Kunst der Projektion eine Schule der Wahrnehmung und bietet außergewöhnliche Erfahrungen von lichtbildnerischen Effekten wie Licht, Schatten, Bewegung, Sound, Reflexion.

Parallel zur Ausstellung finden Filmvorführungen im Kino Arsenal und ein wissenschaftliches Symposium statt.

Ausstellung
Fast nichts – Minimalistische Werke aus der Friedrich Christian Flick Collection
im Hamburger Bahnhof

24. September 2005 - 23. April 2006
Rieckhallen im Hamburger Bahnhof, Berlin (D)

Nach der ersten großen Überblickspräsentation der "Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof" (22. September 2004 bis 28. März 2005) und der monographischen Ausstellung "Urs Fischer. Werke aus der Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof" ist „Fast Nichts“ die zweite grosse Ausstellung aus den Beständen der Sammlung.

Nachdem die erste Präsentation durch häufig erzählerischen Werken bzw. Werkkomplexen geprägt ist, stellt die Ausstellung "Fast nichts" eine gänzlich andere Facette der Sammlung vor.
Mit Werken u.a. von Sol LeWitt, Carl Andre, Richard Serra, Bruce Nauman, Robert Smithson, Robert Barry, On Kawara, Richard Artschwager, Absalon, De Rijke / De Roij und Toba Khedoori beschäftigt sich das Projekt mit „minimale Tendenzen“ in der Kunst seit 1960. Alle in der Ausstellung gezeigten Arbeiten sind auf unterschiedliche Weise einer Ästhetik der Einfachheit und Strenge, der Reduktion und Stille verpflichtet. 

Richard Jackson

Begleitpublikation zur Ausstellung. Aus der Reihe "Museum für Gegenwart". Band 5
ISBN 978-3832190361

Editorial: Eugen Blume, Gabriele Knapstein   
Text: Catherine Nichols          

Jenseits des Kinos

Ausstellungskatalog.
Stan Douglas, Christopher Eamon, Joachim Jäger, Gabriele Knapstein (Konzept)
ISBN 978-3775718738

MIt Beiträgen von Eugen Blume, Stan Douglas, Christopher Eamon, Joachim Jäger, Gabriele Knapstein, Anette Hüsch und Britt Schlehahn

Franz West

Collector's Choice. Künstlermonographien aus der Friedrich Christian Flick Collection. Band 5
ISBN 978-3-8321-7650-1 

Seit 30 Jahren hat der Wiener Künstler Franz West (*1947 in Wien) ein eigenes Territorium der Kunst errichtet, in dem er für Skulptur, Ambiente und Design neue Modalitäten des „Vorscheins" erfand. Angefangen vom „Paßstück" der siebziger Jahre über die Möbelensembles der achtziger Jahre bis zu den Außenskulpturen der neunziger Jahre irritiert er die Kunstwelt nachhaltig mit parodistischen Einfällen und skurrilen Szenarien, die der alten Sozialutopie von Kunst und Leben überraschende Lösungen entgegenhalten

Im Wörtlichnehmen der Kunstsituation entgeht er einer deskriptiven Kommentierung. Durchgängig verankert ist die partizipative Intention des Werks in sprachlichen, philosophischen, psychologischen und soziologischen Ebenen, die den Ausstellungsstücken eine vielschichtig performative und konzeptuelle Kraft verleihen.

In seiner Einführung in das Œuvre von Franz West, die von Kommentaren des Künstlers begleitet wird, liefert Veit Loers neue Interpretationsansätze und beschäftigt sich ausführlich mit der Werkentwicklung der letzten Jahre.

Stan Douglas

Collector's Choice. Künstlermonographien aus der Friedrich Chirstian Flick Collection. Band 6
ISBN 978-3-8321-7729-4 

Stan Douglas zählt zur jüngeren Generation der international viel beachteten Vancouver Schule im Umfeld von Jeff Wall und Rodney Graham.

Seinen Themen nähert sich der Künstler über sorgfältige Recherchen und fotografische Serien, die er zu raffinierten Film- oder Videoinstallationen montiert und mit eigenen Projektbeschreibungen kommentiert.

Diese technisch präzise umgesetzten Montagen liefern die Grundlage für seine subtile Kritik an der Gesellschaft, an Autorenschaft und Subjektivität im Übergang von mechanischer Reproduzierbarkeit zum elektronischen Zeitalter. Seine Installationen sind mediale Maschinen, unheimliche Automaten, denen der Autor zu fehlen scheint und die den Betrachter in ihren Mechanismus verstricken.