Archiv / 2005

Ausstellung
Urs Fischer – Werke aus der Friedrich Christian Flick Collection
im Hamburger Bahnhof

02. Juni 2005 – 07. August 2005, Rieckhallen im Hamburger Bahnhof Berlin (D), Halle 1

Die erste Einzelausstellung aus der Sammlung von Friedrich Christian Flick präsentiert mit einer Auswahl von etwa dreißig Werken den in Zürich geborenen Künstler Urs Fischer. Mit der  Installation „Baked Master's Basket“ aus dem Jahre 1999, die eigens für die Ausstellung im benachbarten Garten gebaut wird, zeigt er eine Werkgruppe aus der vergangenen Dekade seines künstlerischen Schaffens.
Für seinen ebenso liebevollen wie scharfsinnigen Umgang mit alltäglichen Objekten und Materialien bekannt, befasst sich der Künstler mit der Befragung und Visualisierung von Prozess und Zufall.

 

 

 

Seine Arbeiten ziehen den Betrachter in ein künstlerisches Universum hinein, das durch eine spielerische, beißend-humoristische Verfremdung des Alltags charakterisiert ist. Seine wuchernde, raumgreifende Topografie, ein verwunschener Schmelztiegel aus Skulpturen, Installationen und Bildern, ist in ihrer pluralistischen Ganzheit gesehen selbst als Kunstwerk erfahrbar.

Hier erwartet den Betrachter eine teils erotische Phantasmagorie des Verfalls, der Auflösung und Verzerrung sowie auch die Schönheit des Vergänglichen und die Entstehung von etwas Neuem.

Ausstellung
Fast nichts – Minimalistische Werke aus der Friedrich Christian Flick Collection
im Hamburger Bahnhof

24. September 2005 - 23. April 2006
Rieckhallen im Hamburger Bahnhof, Berlin (D)

Nach der ersten großen Überblickspräsentation der "Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof" (22. September 2004 bis 28. März 2005) und der monographischen Ausstellung "Urs Fischer. Werke aus der Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof" ist „Fast Nichts“ die zweite grosse Ausstellung aus den Beständen der Sammlung.

Nachdem die erste Präsentation durch häufig erzählerischen Werken bzw. Werkkomplexen geprägt ist, stellt die Ausstellung "Fast nichts" eine gänzlich andere Facette der Sammlung vor.
Mit Werken u.a. von Sol LeWitt, Carl Andre, Richard Serra, Bruce Nauman, Robert Smithson, Robert Barry, On Kawara, Richard Artschwager, Absalon, De Rijke / De Roij und Toba Khedoori beschäftigt sich das Projekt mit „minimale Tendenzen“ in der Kunst seit 1960. Alle in der Ausstellung gezeigten Arbeiten sind auf unterschiedliche Weise einer Ästhetik der Einfachheit und Strenge, der Reduktion und Stille verpflichtet. 

Ausstellung
Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof
Erstpräsentation der Sammlung

22. September 2004 – 07. August 2005, Hamburger Bahnhof, Berlin (D)

Auftakt des siebenjährigen Vertrages zwischen der Friedrich Christian Flick Collection und der Stiftung Preussischer Kulturbesitz ist die erste grosse Ausstellung aus dem Konvolut der Sammlung. Nicht nur auf dem Areal der Rieckhallen sondern auf dem  ganzen Ausstellungsareal des Hamburger Bahnhofs werden auf 12.000 Quadratmeter Hauptwerke der Sammlung unter diversen Themenkreisen präsentiert.

Der Eingangsbereich in der Historischen Halle bildet die Installation "Hemorrhoidal Piece" von Jason Rhoades, welche zwölf  Installaltionen und Skulpturen zu einem grossen Werkkomplex zusammenfasst. Der zweite Teil der Historischen Halle ist durch Arbeiten von Paul McCarthy  wie "Michael Jackson and Bubbles (Gold)", 1997, "Michael Jackson Fucked Up (Big Head)", 2002 oder "Saloon Theater", 1995-1997 geprägt.

Die Kleihueshalle ist gänzlich Bruce Nauman gewidmet, einen der zentralen Künstler der Sammlung und umfasst "begehbare "Architekturen, Projektionen, Skulpturen, Neonarbeiten wie auch Installationen des Künstlers.

Die oberen Ausstellungsräume des Hamburger Bahnhofs werden von Künstlern wie Dan Graham, Rachel Khedoori, Gordon Matta-Clark und Raymond Pettibon geprägt während in den Rieckhallen einzelne Hallen sogar Präsentationen einzelner Künstler gewidmet sind. So findet man in  Halle 1 Arbeiten von Rodney Graham, während in Halle 2  Franz West den gesamten Bereich mit eigenen Arbeiten in Kombination mit Arbeiten von Martin Kippenberber in Zusammenhang setzen konnte . Halle 3 wiederum ist Schauplatz der vierzig Meter langen Gartenskulptur. In den Hallen des Untergeschosses der Rieckhallen zeigt Pipilotti Rist in der selbst kuratierten Halle 1 eine Zusammenführung diverser Ihrer bekanntesten Werke wie "Das Zimmer", 1994 "Vorstadthirn", 1999 oder "Extremitäten (weich weich)", 1999 während wiederum Halle 3 gänzlich verschiedener Videoarbeiten und der Arbeit "Model for Trench and Four Buried Passages", 1977 von Bruce Nauman gewidmet ist.

Durch die Größe der Schau und durch eine Gliederung in thematische Kapitel ermöglicht die Ausstellung einem grossen Publikum den Überblick über zentrale künstlerische Positionen nach 1960. Die Werke werden zudem in vielfältiger Weise vermittelt: durch kostenlose AudioGuides, durch zahlreiche Führungen und Vorträge bis hin zu jungen "Live Speakers", die die Werke und Zusammenhänge den Besuchern vor Ort erklärten.

Die Erstpräsentation der Friedrich Christian Flick Collection wurde am 28. März 2005 mit einem großen Erfolg geschlossen: Rund 250.000 Besucher sahen die Ausstellung.

Urs Fischer

Begleitpublikation zur Ausstellung. Aus der Reihe "Museum für Gegenwart". Band 3
ISBN 978-3832190347

Mit Beiträgen von Eugen Blume und Catherine Nichols

Fast Nichts

Ausstellungskatalog.

Mit Beiträgen von Eugen Blume, Gabriele Knapstein, Catherine Nichols (Hg)

Pipilotti Rist

Collector's Choice. Künstlermonographien aus der Friedrich Christian Flick Collection. Band 3
ISBN 978-3-8321-7540-5 

Pipilotti Rist ( *1962 Grabs, Schweiz) erfindet die Installation immer wieder neu. Mit ihren multimedialen Audio- und Videoinstallationen erschafft und bespielt die Schweizer Künstlerin große und kleine Räume, sie belebt Maschinen oder produziert serielle Videostills, die sich aus ihrer eigenwilligen und eindringlichen Bilderwelt speisen.

Die Themen und Bilder der Alltagswelt spiegeln zugleich grundsätzliche Lebensfragen: Liebe und Verlust, Geburt und Tod, Familie und Einsamkeit, Geschlecht und Individualität, Traum und Wirklichkeit. Die Künstlerin involviert die Betrachter ihrer Kunst direkt und setzt auf die kommunikativen und performativen Fähigkeiten des Körpers.

Ergänzt durch kurze Interviews, bietet Änne Sölls Einführung den ersten systematischen Überblick über das Werk von Pipilotti Rist.

Martin Kippenberger

Collector's Choice. Künstlermonographien aus der Friedrich Cristian Flick Collection. Band 4
ISBN 978-3-8321-7541-2 

Martin Kippenberger (*1953 Dortmund, † 1997 Wien) hat seine Arbeit seit den späten siebziger Jahren als Schnittpunkt künstlerischer Zusammenhänge und zirkulierender Ideen konzipiert. In der für ihn typischen Mischung aus Feinheit und äußerster Grobheit ließ er dabei nur wenige Probleme und Verfahren der Kunst des 20. Jahrhunderts unberührt.

Durch die postmoderne Disposition hindurch – Referenzialität, Kommunikativität, Humor, Körperpolitik – hat Kippenberger die künstlerischen Fragestellungen des späten 20. Jahrhunderts wie kaum ein anderer Künstler seiner Generation erfasst und in komplexe Kommunikationsstrukturen übersetzt.

Ausgehend von einer rezeptionsgeschichtlichen Rekonstruktion räumt Manfred Hermes vorherrschende Missverständnisse („Zynismus") aus und nimmt die konzeptuelle Dimension von Martin Kippenbergers Werk in den Blick. Sein Text macht Kippenberger als einen materialistischen Künstler erkennbar, dessen Praxis aus einem unentwegten Spiel zwischen Verschiebung, Kommentar und Geste bestand.